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Medizinstudenten und junge Ärzte bei der Frage warum sie bei Finanzvertrieben so beliebt sind

Immer wieder interessant zu beobachten, wie fokussiert Finanzvertriebe insbesondere auf Studenten der Medizinischen Fakultät sind. Als Finanzvertriebe seien hier beispielhaft genannt: MLP, Deutsche Ärzte Finanz (DÄF), A.S.I,, Horbach, Formaxx und Mayflower Capital. Verlautbarungen von Vertrieben zum Thema Fokussierung auf Ärzte und Medizinstudenten können so aussehen:

„Die Deutsche Ärzte Finanz engagiert sich in erheblichem Umfang für die Studenten der Medizin, Zahnmedizin und der Pharmazie. Mit den Interessenvertretungen der jeweiligen Fachrichtungen wurden Kooperationsvereinbarungen geschlossen, die studienrelevante Angebote beinhalten. Seit nunmehr 10 Jahren kooperiert die Deutsche Ärzte Finanz mit MEDI-LEARN, der in Medizinstudentenkreisen meist genutzten Internetplattform.“

(Quelle: Geschäftsbericht 2016 Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs-Aktiengesellschaft, nachzulesen bei bundesanzeiger.de)

„Deshalb konzentrieren sich unsere knapp 2000 Kundenberater jeweils auf eine Berufsgruppe, vor allem Mediziner, Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure und Juristen.“

(Quelle: Geschäftsbericht 2016 der MLP AG, https://mlp-ag.de/redaktion/mlp-ag-de/investoren/berichte/gb-2016-de.pdf)

Nun ist es keineswegs unüblich, dass Berufsverbände jedweder Couleur von Wirtschaftsunternehmen gesponsert werden. Es sollte nur jedem bewusst sein, dass eine gegenseitige Interessenlage besteht, die v.a. aus 2 Punkten besteht:

  1. Auf der einen Seite die Kundengewinnung und der wesentlich erleichterte Zugang für die Finanzvertriebe.
  2. Und auf der anderen Seite für Verbände das für den laufenden Betrieb und Aktionen notwendige Geld und im besten Fall sogar noch jede Menge neuer Mitglieder. Ein Vertrieb und sei es nur ein Finanzvertrieb scheint ja erstmal für die Mitgliederwerbung prädestiniert zu sein.

Jeder Medizinstudent kennt die kostenlosen Mitgliedschaften während des Studiums und viele junge Ärzte bleiben auch später dabei. Deshalb ist es auch für Verbände finanziell ein gutes Geschäft. Beim Marburger Bund bedeutet das dann für Assistenzärzte nach aktueller Beitragsordnung immerhin 160 Euro per anno. Wer nicht restlos von einer dauerhaften Mitgliedschaft überzeugt ist, dem seien die Kündigungsfristen der Mitgliedschaft im Marburger Bund nahegelegt.

„§5 (2)  Der Austritt kann jeweils zum Ende eines Kalenderhalbjahres oder zum Ende des Kalenderjahres erklärt werden. Die Erklärung bedarf der Schriftform.“

(Satzung des Marburger Bundes Landesverband Bayern, dürfte bei den anderen Landesverbänden ähnlich sein; Quelle: https://www.marburger-bund.de/landesverbaende/bayern/landesverband/satzung)

Nachdem die Beiträge für die Berufshaftpflicht – es wären 11,90 bei der DÄV, 8,50 Euro über HDI/Janitos gewesen – vom Marburger Bund übernommen werden, ist die Mitgliedschaft rein finanziell betrachtet für die Zeit des Studiums von Vorteil. Erfolgt die Kündigung aber zu spät und die 160 Euro Jahresbeitrag werden fällig, so hätten die 160 Euro für 13 (bei DÄV) bis über 18 (bei HDI/Janitos) Jahresbeiträge gereicht. Natürlich kann der Eintritt in einen Berufsverband auch noch ganz anders motiviert sein.

Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte

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