Altersvorsorge für Ärzte

Altersvorsorge Ärzte: Zusätzliche Vorsorge sichert Lebensstandard im Alter

Betrachtet man das Deutsche Durchschnittseinkommen so zählen angestellte und niedergelassene Ärzte zu den Spitzenverdienern. Da ihre Karriereplanung allerdings viel Zeit verschlingt, machen sich junge Assistenzärzte oft keine Gedanken über ihre spätere Altersversorgung. Die meisten von ihnen vertrauen darauf, dass sie sich mit dem herkömmlichen Vorsorgekonzept den gewohnten Lebensstandard im Rentenalter erhalten können. Auf dieser Website finden Sie neben der hier spezifizierten Altersvorsorge für Ärzte ebenfalls unter Allgemeines zur Altersvorsorge wichtige Informationen allgemeiner Natur.

Pflichtmitgliedschaften als Vorsorge (ZVK, VBL, Versorgungswerk)

Wer als Arzt in einem Krankenhaus angestellt ist, muss Pflichtbeiträge an das zuständige ärztliche Versorgungswerk leisten. Dieses zahlt ihm später eine Altersrente. Die berufsständische Einrichtung ist zwar juristisch eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, tritt aber wie ein privater Anbieter von Kapitalanlagen auf: Sie investiert ein Viertel der geleisteten Beiträge in risikoarme Anlagen (festverzinsliche Wertpapiere) und höchstens 35 % in Aktien und andere Finanzprodukte mit höherer Rendite. Mit dieser Vermögensaufteilung sollen mögliche Verluste minimiert werden. Allerdings ist die berufsständische Versorgung dazu gezwungen, ihre Rückstellungen von Zeit zu Zeit zu erhöhen und gegebenenfalls sogar Rentenkürzungen vorzunehmen. Von diesen sind sogar laufende Rentenzahlungen betroffen. Um mögliche spätere Einbußen zu minimieren oder einfach den eigenen Rentenanspruch zu erhöhen, können die Mitglieder noch zusätzlich freiwillige Beiträge leisten.

Für im öffentlichen Dienst angestellte Ärzte gelten tarifvertragliche Vereinbarungen. Diese sehen vor, dass die Mediziner einer Zusatzversorgungskasse (ZVK) beitreten und Beiträge an diese entrichten. Da diese Versorgungskassen wie die gesetzliche Rentenversicherung auf dem Umlageverfahren basieren, müssen sie steigende Beitragszahlungen in Kauf nehmen. Ärzte, die außertariflich angestellt sind, haben die Möglichkeit, sich mit freiwilligen Beitragszahlungen einen Rentenanspruch zu sichern. Eine lohnenswertere Alternative ist in diesem Fall die sogenannte Unterstützungskasse: Zahlt der Arbeitgeber in diese betriebliche Altersvorsorge ein, muss der Arzt dafür keine Steuern zahlen. Lohnenswert ist das v.a., wenn die Karriereplanung eine Karriere an der Klinik im Angestelltenverhältnis vorsieht.

Quelle: Screenshot von vbl.de vom 28.05.2018

Zusätzlich gibt es noch die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL). Neben eventuellen Pflichtbeiträgen (VBL Klassik), die eine Arbeitgeber im Raum des öffentlichen Dienstes für Ärzte abführt, gibt es noch das Modell VBL Extra.

Bevor man jedoch 100, 200 oder gar 300 Euro für zusätzliche Versorgungspunkt – Punkte, wohlgemerkt kein exakter Geldbetrag – macht es jedoch Sinn, sich vollends vertraut zu machen mit dem Konzept. Noch dazu wenn der Anbieter selbst 0,25% garantierte Verzinsung als Vorteil und Highlight darstellt – wohlgemerkt bei einer aktuellen  Inflationsrate von 1,7% in 2017, was bei 0,25% Verzinsung ein deutliche Minus für Altersvorsorgesparer bedeutet. -1,45% kann eigentlich niemand wollen.
Das Thema VBL Extra muss auch deswegen sehr deutlich angesprochen werden, weil es oft durch die Klinik selbst und fast im vorbeigehen vermittelt wird. Erfahrungsgemäß wissen Ärzte hinterher regelmäßig nicht einmal mehr genau, wie sie dazu gekommen sind – und das bei einer Vorsorge über viele Tausend Euro.

Sehr individuelle Problemstellungen bei Ärzten

Niederlassung – die eigene Arztpraxis oder Praxisgemeinschaft

Wie auch schon bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte gibt es auch bei der Altersvorsorge für Ärzte Besonderheiten einer ärztlichen Niederlassung – sowohl bei der alleinigen eigenen Praxis wie auch bei der Praxisgemeinschaft.

Ärztliche Versorgungswerke: Absicherung nur bis zu bestimmten Einkommen adäquat

Wie man schon bei Medizinstudenten und junge Ärzte bei der Frage warum sie bei Finanzvertrieben so beliebt sind lernen konnte, habe Ärzte eine deutlich andere durchschnittliche Gehalts- und Einkommensentwicklung als andere Berufe, akademische Berufe eingeschlossen. Die oft obligatorischen Dienste, honorarärztliche Tätigkeiten und Einkommenschancen in der Niederlassung sind in obig verlinkter Seite noch gar nicht berücksichtigt.

Ein höheres Einkommen bedingt aber gleichzeitig eine höhere Absicherung, umso mehr je weiter das Einkommen über 78.000 Euro p.a. (= Beitragsbemessungsgrenze 2018 im allen ärztlichen Versorgungswerken) hinaus steigt – das wird in den meisten Fällen ab der Zeit als Facharzt der Fall sein. Sich allerdings erst als Facharzt damit zu beschäftigen, kostet Ärzten viele tausend Euro extra. Dennoch, irgendwann sollte man dann auch mal anfangen und es ist ja bei weitem kein Geheimnis, dass die Formel „je früher, desto besser“ universelle Bedeutung besitzt.

Dass was ein/e Ärztin/Arzt einmal bekommt als Rente aus dem Versorgungswerk und aus den weiteren Pflichtversicherungen, scheint auf den ersten Blick sogar ausreichend. Mit anderen Augen betrachtet ist es vielleicht sogar üppig. Fragt man jedoch mal danach, ob diese Ansprüche abzüglich Steuern, Kranken- und Pflegeversicherung noch immer üppig sind, schleichen sich nicht nur erste Zweifel, sondern große Bedenken eine. Wird dann noch die Tatsache wiedergegeben, dass sich die realen Ansprüche dank Inflation/Kaufkraftverlust noch einmal leicht halbieren, entsteht Redebedarf.

Warum ist die Grenze von derzeit 78.000 Euro pro Jahr (2018) so wichtig?

Bis zu einem Betrag von 78000 Euro (steigt gewöhnlich Jahr für Jahr um wenige Prozentpunkte) pro Jahr überweist der Arbeitgeber in 2018 genau 18,7% des Bruttogehalts an das zuständige ärztliche Versorgungswerk – also bis zu 14586 Euro oder 1215,50 pro Monat. Verdient ein Arzt jedoch mehr, so fließt freiwillig kein einziger weiterer Euro ans Versorgungswerk. Mit anderen Worten, die späteren Rentansprüche und das aktuelle Gehalt entkoppeln sich bei Ärzten in sehr vielen Fällen ab dem 7. oder 8. Jahr der Tätigkeit.

Ein/e Praxisinhaber/in oder einen Oberärztin/Oberarzt in Vollzeit sind deutlich über 78000 Euro. Allein schon deshalb sollten entsprechend zusätzliche Maßnahmen zur Altersvorsorge erfolgen.

Warum eine private Altersvorsorge unverzichtbar ist

Die steigende Lebenserwartung und der Geburtenrückgang stellt gesetzliche Rentenkassen und Versorgungswerke vor große Probleme. Hinzu kommt die Inflationsrate: Auch wenn sie seit Jahren recht niedrig ist, kann sie den Wert einer in 30 Jahren ausgezahlten Rente um die Hälfte verringern. Ein weiteres Problem ist die anhaltende Niedrigzinspolitik, die sich inzwischen auch bei den berufsständischen Versorgungswerken negativ bemerkbar macht: Die Rentenanwartschaften steigen deutlich langsamer als früher. Kündigen die Beitragszahler ihre Pflichtmitgliedschaft, müssen sie mit Rentenkürzungen von bis zu 30 % rechnen. Fakt ist ebenfalls, dass sich die von der Standesversorgung gezahlten Renten seit dem Jahr 2004 um nicht einmal 2 % erhöht haben.

Erschwerend kommt hinzu, dass Altersrenten versteuert werden müssen. Fachärzte, die 2025 in Rente gehen, müssen lebenslang 85 % ihrer Monatsrente versteuern. Ab 2040 gilt sogar die volle Versteuerung der Altersrente. Von der Nettorente sind außerdem noch die Beiträge für die private Krankenversicherung abzuziehen. Diese betragen aufgrund erhöhter Risiken im Alter zwischen 600 und 800 Euro monatlich. Mit einer Bezuschussung durch das Versorgungswerk kann der Arzt nicht rechnen. Um sich einen höheren Lebensstandard im Alter zu sichern, leistet mancher Facharzt freiwillige Zuzahlungen an das Versorgungswerk. Finanzexperten raten, die eingezahlten Pflichtbeiträge lediglich als Grundstein für die Altersversorgung zu betrachten und sich noch zusätzlich mit:

– Immobilien
– Wertpapierdepots
– Kapitallebensversicherungen
– privater Rente
– Klinikrente
– Basisrente (Rürup-Rente)

abzusichern. Welche Möglichkeit die am besten Geeignete ist, hängt unter anderem von der persönlichen Lebenssituation des Betroffenen ab. Wichtige Informationen zu den einzelnen Vorsorgeprodukten erhält dieser von einem Vorsorgeexperten.

Immobilien als Vorsorge für das Alter

Wer sein Kapital inflationssicher anlegen möchte, investiert in eine Immobilie. Diese befindet sich idealerweise in einer guten Lage, sodass sie einen hohen Verkaufspreis erzielt. Außerdem hat der Facharzt die Möglichkeit, sie an solvente Personen zu vermieten und sich so ein dauerhaftes zusätzliches Einkommen zur Rente zu schaffen. Alternativ dazu kann er sein Haus selbst beziehen. Der Wegfall der Mietzahlungen bewirkt eine indirekte Erhöhung der zur Verfügung stehenden monatlichen Rente.

Wertpapierdepots

Wer sich als Altersvorsorge ein Wertpapierdepot anlegen möchte, tut dies möglichst mithilfe eines Finanzexperten. Denn dieser weiß am besten, welche Kapitalanlagen akzeptable Renditen erzielen. Optimal geeignet sind gemischte Depots mit 30 % Aktien, 25 % Immobilienfonds, 25 % Anleihen, 10 % Gold und 10 % Bargeld. Mit dieser Kombination lässt sich eine jährliche Rendite von mindestens 3 % erwirtschaften.

Klinikrente

Fachärzte, die in bestimmten Kliniken oder Pflegeeinrichtungen tätig sind, können die sogenannte Klinikrente abschließen. Diese ist für sie vorteilhafter als eine private Rentenversicherung. Die betriebliche Altersvorsorge wird von namhaften Anbietern wie der Allianz, der Condor, der Deutschen Ärzteversicherung, R+V sowie der Swiss Life getragen und ist verglichen mit der privaten Rente mit einer bis zu 40 Prozent höheren Rentenzahlung im Alter verbunden. Die in die ZVK eingezahlten obligatorischen Beiträge werden dabei nicht angerechnet. Außerdem wartet die Klinikrente mit unbegrenzt steuerfreien und teilweise sozialversicherungsfreien Beiträgen auf. Die Trägergesellschaft garantiert die Auszahlung der vereinbarten Rente und sogar die Fortführung des bestehenden Vertrages bei einem anderen Arbeitgeber des Gesundheitswesens. Erreicht der Arzt das Rentenalter, kann er sich das angesparte Kapital in einer Summe oder als lebenslange Rente auszahlen lassen. Im Unterschied zu einkommensabhängigen Beitragszahlungen an Versorgungskassen kann der angestellte Mediziner selbst bestimmten, wie viel sein Arbeitgeber monatlich von seinem Bruttoeinkommen an die Unterstützungskasse Klinikrente überweist. Erhält er später seine Rente, profitiert er von einem niedrigeren Steuersatz und zusätzlichen Freibeträgen.

Beratung zur Klinikrente

Basisrente (Rürup-Rente)

Für selbstständige Fachärzte mit eigener Praxis bietet sich alternativ zur klassischen Kapitallebensversicherung die Basisrente an. Die über Steuervorteile geförderte Rente ist auch als private Altersvorsorge für angestellte Mediziner von Vorteil. Um das individuell passende Rürup-Produkt zu erhalten, sollten sich Facharzt oder Ärztin von einem unabhängigen Experten beraten lassen. In diesem Fall profitieren sie sogar noch zusätzlich von speziellen attraktiven Sondertarifen. Die Basisrente lässt sich flexibel gestalten: Außer den monatlichen Zahlungen können größere Einzahlungen vorgenommen werden. Wer kurz vor Rentenbeginn noch keine private Vorsorge hat, kann seinen Rürup-Beitrag sogar als Einmalzahlung leisten. Der als Sonderausgaben steuerlich absetzbare Anteil steigt pro Jahr um 2 % der geleisteten Einzahlungen und liegt 2018 bei 86 %. Der förderfähige Höchstbetrag liegt bei 23.712 Euro (Verheiratete: 47.424 Euro). Nach dem Eintritt des Rentenalters ist die Basisrente allerdings zu versteuern. Das Vorsorgeprodukt kann wahlweise als klassische Rentenversicherung, als Fondssparplan oder als fondsgebundene Rentenversicherung abgeschlossen werden. Der Vertrag sollte allerdings unbedingt eine Information darüber enthalten, wie viel des eingezahlten Kapitals zu Beginn der Rentenzahlung mindestens vorhanden sein muss.

Beratung zur Basisrente (Rürup-Rente)

Experten-Tipp zur Basis-/Rürup-Rente: Zwingend notwendig für die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge zu einer Rürup-Rente ist der elektronische Datenaustausch zwischen dem gewählten Versicherer und den Steuerbehörden. Hier können Kunden viele Tausend Euro an Steuererstattung entgehen – allein schon durch einen einfachen Zahlendreher bei der Angabe der Steuer-ID auf dem Antrag. Details finden Sie im Blog unter Keine Steuererstattung ohne Einwilligung in die elektronische Datenübermittlung.

Riester-Rente für Ärzte

Die Riester-Rente bei Ärzten finden wir in 2 Formen:

  1. Häufig vergessen, weil falschen Behauptungen aufgesessen, oder
  2. Mal nebenbei in der Bank des Vertrauen (wenn nicht apoBank, weil die es zumeist besser wissen) gemacht und zwar ohne zu ahnen, ob es eine Förderung gibt oder nicht.

Schon diese kurze Aufzählung zeigt: es ist kompliziert! Dennoch, wenn Sie als Arzt wirksam riestern können, ist es in vielen Fällen auch lohnenswert. Das Thema Riester-Rente für Ärzte wurde auf dieser Website schon unter dem Titel Ärzte können nicht riestern, wirklich? im  Detail behandelt.  Insbesondere Ärztinnen profitieren unter Umständen in ganz besonderem Umfang.

Beratung zur Riester-Rente für Ärzte anfordern

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