Krankenversicherung für Ärzte

Krankenversicherung für Ärzte – halten Arzttarife, was sie versprechen?

Auch Ärzte sind vor Krankheit nicht gefeit, müssen selbst zum Zahnarzt gehen – und benötigen einen bedarfsgerechten Krankenversicherungsschutz. Es stellt sich nur die Frage, welche Krankenversicherung Ärzte optimal bedient: die gesetzliche oder die private?

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Krankenversicherung für Ärzte – eine Grundsatzentscheidung

Die meisten Ärzte können zwischen beiden Versicherungssystemen wählen, wenn sie ihre Krankenversicherung organisieren: die niedergelassenen Mediziner ebenso wie die angestellten Kollegen, deren Einkommen die Versicherungspflichtgrenze von 60.750 Euro jährlich (2019) übersteigt. In den Abwägungen sollte neben den Beiträgen natürlich der jeweilige Versicherungsumfang eine große Rolle spielen, der bei den Krankenkassen weitestgehend einheitlich geregelt ist. Zu den Vorteilen der GKV zählen demnach die beitragsfreie Familienversicherung und das Fehlen einer Gesundheitsprüfung, während die regelmäßig günstigeren Beiträge bei einem selbst zu bestimmenden Leistungsumfang zugunsten der PKV zu Buche schlagen.

Die Besonderheit von Ärztetarifen in der privaten Krankenversicherung ist die Tatsache, dass ausschließlich Ärzte (Humanmedizinier) sowie deren nächste Angehörige in diesen Tarifreihen versichert werden können. Die nächsten Angehörigen der Ärztin/des Arztes sind Ehemann/Ehefrau sowie leiblich und adoptierte Kinder. Kinder können unmittelbar nach Geburt innerhalb von 2 Monaten ohne jede Gesundheitsprüfung in die Versicherung aufgenommen werden.

Leistungsstark – die private Krankenversicherung für Ärzte

Während die gesetzlich krankenversicherten Ärzte einkommensabhängige Beiträge für die Absicherung medizinisch notwendiger Leistungen aufbringen müssen, hält die PKV für Ärzte spezielle Tarife bereit: Die Ärztetarife sind im Vergleich deutlich günstiger, da es sich einerseits um Gruppenverträge handelt und andererseits regelmäßig weniger Kosten verursacht werden. Ärzte haben naturgemäß nicht nur die Möglichkeit, sich in vielen Fällen selbst zu therapieren und auf die notwendigen Heil- und Hilfsmittel zugreifen zu können. In der Regel behandeln sich befreundete Kollegen gegenseitig – und das vergünstigt oder gar kostenfrei. Die Krankenversicherung für Ärzte muss demnach meist nur einspringen, wenn kostenintensive Therapien oder Krankenhausaufenthalte anstehen – so die Vermutungen, die hinter den günstigeren Beiträgen stehen.

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass die PKV große Vorteile bringen kann – und das schon ab Studienbeginn: Studenten können sich nämlich ebenfalls zwischen GKV und PKV entscheiden, die beide spezielle Studenten-Tarife anbieten. Bereits hier lassen sich jedoch in der PKV intelligent die Weichen stellen, indem beispielsweise schon jetzt die Anwartschaft oder ein Optionstarif auf einen später zu beanspruchenden höherwertigen Arzttarif der Krankenversicherung vereinbart wird. Der Vorteil besteht darin, dass der gute Gesundheitszustand für die künftige Absicherung und im Fall von des Abschlusses von Zusatztarifen das niedrige Eintrittsalter konserviert werden. Die PKV kalkuliert einkommensunabhängig entsprechend der tatsächlichen Risiken: je älter und gesundheitlich vorbelasteter, desto teurer oder gar nicht mehr privat versicherbar.

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Krankentagegeld – in der Voll-PKV oder Zusatz für gesetzlich Versicherte

Mit der wichtigen Absicherung des Einkommens für den Krankheitsfall müssen sich nicht nur niedergelassene Ärzte befassen, insbesondere für angestellte Ärzte, die freiwillig in der GKV versichert sind, entsteht hier ganz objektiv eine Versorgungslücke: Nach der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber (6 Wochen) übernimmt die Krankenkasse die Ersatzleistung für das Einkommen – allerdings mit einigen Abstrichen. Diese beziehen sich nicht nur auf die Höhe des Krankentagegeldes, sondern auch auf die Leistungsdauer. Umso wichtiger ist eine umfassende Beratung, die auch Alternativen, wie zum Beispiel ein privates Krankentagegeld, mit einbezieht. Für diesen Fall halten die Anbieter einen speziellen Ärztetarif in der Krankenversicherung bereit, sodass sich die Einkommensverluste im Krankheitsfall nicht nur mit einer frei wählbaren Karenzzeit, sondern auch vergleichsweise günstig ausgleichen lassen.

Es lässt sich also zusammenfassen: Ärzte genießen einige Vorteile in der PKV, wie zum Beispiel

  • Zugang zu attraktiven Gruppentarifen
  • günstigere Beiträge bei besseren Leistungen
  • auch Familienmitglieder versicherbar
  • Einkommensabsicherung bedarfsgerecht umsetzbar

Wie hoch Ihr Krankentagegeld von der gesetzlichen Krankenkasse ist, können Sie mit dem Krankengeldrechner der Techniker Krankenkasse sehr zügig berechnen. Noch wichtiger ist natürlich die Lücke – also wie hoch der Betrag ist, der Ihnen fehlt zwischen der Versorgung mit Lohn/Gehalt sowie der 6-wöchigen Lohnfortzahlung des Arbeitgebers und dem was Sie nach den 6 Wochen von der Krankenkasse erhalten. Ihren Bedarf (wie hoch muss das Krankentagegeld sein?) können Sie z.B. im Krankentagegeldrechner der Barmenia überschlagen.

Was viele vergessen, ist die Tatsache, dass im Falle einer langen Erkrankung nicht nur das Gehalt vom Arbeitgeber nicht weiter fließt. Sie erhalten auch keinen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung mehr und die Beiträge zum Versorgungswerk (aktuell in 2019 bis zu 1.246,20 Euro/Monat – 18,6% vom Brutto) werden auch nicht mehr abgeführt.

Kein Träger zahlt das Krankentagegeld gerne lange aus – BU oder nicht BU ist dann die Frage

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass meist schon nach kurzer Zeit geprüft wird, ob Sie wirklich nur vorübergehend krank und arbeitsunfähig sind oder schon dauerhaft. Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) prüft dies bei gesetzlich Versicherten und Medic Proof bei Privatversicherten Ärzten. Kommt dabei heraus, dass Sie dauerhaft arbeitsunfähig sind, werden Sie an Ihren gesetzlichen Rentenversicherer,  an das in Ihrer Region zuständige Ärztliche Versorgungswerk verwiesen.

Die Zahlung des Krankentagegeldes wird dann eingestellt. Welche Ersatzleistung es dann gibt? Die Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk kommt sehr häufig nicht zum tragen, weil die Hürde dafür sehr hoch liegt. Was das Versorgungswerk oft recht bewerkstelligt ist die Wiedereingliederung. Es gibt also Wiedereingliederungsmaßnahmen sobald sie absehbar wieder berufstätig sein können. Ein finanzieller Schutz im Sinne eines regelmäßigen monatlichen Einkommens ist damit aber natürlich nicht gegeben. Deshalb ist es so wichtig, mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte vorzusorgen.

Krankenversicherung für Ärzte in Freiburg

Nicht alle Versicherungsgesellschaften konzentrieren sich auf einen Ärztetarif in der Krankenversicherung und doch gibt es eine komfortable Auswahl am Markt. Ausschlaggebend für die optimale Wahl sind einerseits die persönlichen Voraussetzungen, also Eintrittsalter und Gesundheitszustand, andererseits aber vor allem die Wünsche in puncto Leistungsumfang – in meiner Beratung gehe ich explizit darauf ein.

Welche Krankenversicherung als Arzt kommt in Frage

Anhand Ihrer Vorgaben sondiere ich im Anschluss den aktuellen Markt, wobei ich selbstverständlich auch berücksichtige, welche Leistungsqualität den jeweiligen Anbieter auszeichnet. Erfahrungsgemäß kommen für Ärzte einige spezielle PKV Arzttarife in Frage, wie beispielsweise von (alphabetisch sortiert)

  • Allianz
  • AXA
  • Barmenia
  • DKV
  • Hallesche
  • LKH
  • SDK

Interessante KV-Tarife für Ärzte mit gutem Leistungsspektrum, die nicht nur Ärzten zugänglich sind

  • Signal Iduna/Deutscher Ring – diese Anbieter haben in 2018 fusioniert und sind zusammen 4.-größter Anbieter im Bereich der privaten Kranken- und Krankenzusatzversicherung.

Welche Krankenversicherung als Arzt für Sie in Frage kommt hängt von vielen Details ab – in meiner Analyse gehe ich in die Tiefe, nehme das Kleingedruckte auseinander und vergleiche die Tarife, um für Sie die optimale Variante herauszufinden. Wichtig ist natürlich auch die Berücksichtigung etwaiger Vorerkrankungen – also die Aufarbeitung der Gesundheitshistorie. Hier gilt es sehr genau zu arbeiten, um späteres böses Erwachen zwingend zu vermeiden.

Bedenken Sie, dass ein Vermittler (auch der Autor dieses Artikels) bezahlt wird, wenn die Vermittlung zustande kommt. Das kann verschiedene Konsequenzen haben. Es könnte ihm/ihr egal sein ob ein Kunde alles korrekt angibt und ob ein langfristig gutes Paket abgeschlossen wird, weil das ja im Zweifel ob der notwendigen Sorgfalt nur zusätzlich Zeit kostet ohne das dies gesondert vergütet wird.

Anderseits kann man anhand einer Abrechnungsziffer, die den Rechnungsbetrag einer Heilbehandlung mitbestimmt, auch nicht erkennen wie die/der Ärztin/Arzt behandelt hat oder gelegentlich auch ob die hinter der Ziffer stehende Behandlung wirklich durchgeführt wurde. Insofern ist es auch Aufgabe des Kunden hier sehr genau hinzuschauen.

Gute Kriterien sind oft gute Kundenbewertungen, ob werthaltige Informationen, nachvollziehbare Erkenntnisse erwachsen und ob Aussagen mit dem Stand der Wissenschaft zusammenpassen. Bei letzteren handelt es sich gelegentlich um an sich simple Mathematik. Wenn etwas in der Krankenversicherung bspw. vergleichsweise aktuell sehr günstig ist für eine sehr gute Leistung, dann wird der Preis dieser Krankenversicherung zwangsläufig stärker steigen müssen als der anderer Angebote. Nachdem Versicherungen keine Zauberkünstler beschäftigen und Menschen pro Leben im Durchschnitt X Euro an Krankheitskosten auslösen, ist es schlussendlich immer die gleiche Formel bestehend aus den 3 Eckpunkten

  • Beitrag/Preis heute
  • Leistungsumfang (gut darstellbar z.B. Fallbeispielen)
  • Beitrag/Preis in der Zukunft

Den Beitrag von heute kann jeder Mensch leicht ablesen und geschickt wäre es ja, wenn man jetzt sogar seinem Krankenversicherer mehr Geld gibt, damit es später in der Rente (wenn man weniger Einkommen hat) billiger wird. Dafür gibt es Beitragsentlastungstarife, die steuerlich begünstigt sind und woran sich bei angestellten Ärzten der Arbeitgeber noch massiv beteiligt.

Der Leistungsumfang lässt sich auch sehr gut ermitteln – allerdings v.a. mit kostenpflichtiger (zahlt Ihr freier Versicherungsmakler für Sie) Lizenzsoftware. Eine freie Online-Verfügbarkeit über die Leistungen – noch dazu von ausgewählten Arttarifen der PKV – gibt es leider nicht. Die üblichen Test bieten allesamt ob ihrer eklatanten Schwächen keinerlei valider Anhaltspunkte für die Wahl eines Krankenversicherungstarifs für Ärzte.

Auf dieser Seite wird nach und nach versucht Licht ins Dunkel zu bringen – allerdings ohne dabei die letztlich unerlässliche individuelle Betrachtung bieten zu können. Ziel ist ein Vergleich Krankenversicherung für Ärzte darzustellen, was ob der nicht selten Änderungen von Tarifen und Bedingungen schon ein anspruchsvolles Ziel darstellt.

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Hintergundwissen: Vorsicht! Krude Empfehlungen von Ärztekammern und Verbänden

Die Allianz Private Krankenversicherung wird teilweise von Landesärztekammern „empfohlen“. So haben mir Kunden bereits Formulare für die Krankenversicherung gezeigt, die zusammen mit der Kammer-Anmeldung ausgehändigt bzw. zugeschickt wurden. Der Marburger Bund wiederum kann sich nicht so richtig entscheiden. Einmal empfiehlt man die Allianz (vgl.  Link zu Allianz Marburger Bund Verbindung), dann wieder die AXA und DÄV Lebensversicherung, wobei der AXA Konzern eine eigene Private Krankenversicherung mit Ärztetarifen vorhält. Die sogenannten Marburger Bund Treuhand (MBT – Herausgeber der Marburger Bund Zeitung, Seminare zur Weiterqualifikation) ist weitgehend in der Hand von Deutsche Ärzteversicherung (AXA), Allianz Private Krankenversicherung und Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank). In der Datenschutzerklärung des Marburger Bundes (vgl. https://www.marburger-bund.de/bundesverband/datenschutzerklaerung) heißt es übrigens

„Weiterhin können wir Ihre personenbezogenen Daten an Dritte weitergeben, wenn Aktionsteilnahmen, Gewinnspiele, Vertragsabschlüsse oder ähnliche Leistungen von uns gemeinsam mit Partnern angeboten werden.“

Ein Beispiel für die (auch personelle) Verflechtung: Geschäftsführer der Marburger Bund Treuhand (Impressum) ist Armin Ehl, gleichzeitig Geschäftsführer des WVD – Wirtschafts- und Versicherungsdienst des Marburger Bundes. Der WVD des Marburger Bundes gehört organisatorisch zur Deutsche Ärzte Finanz (DÄF), was der Versicherungsvertrieb der Deutsche Ärzteversicherung (DÄV/AXA) ist.

Der Hartmannbund wiederum empfiehlt in Krankenversicherungsfragen direkt die Deutsche Ärzte Finanz (DÄF, Vertrieb der DÄV), wobei ganz ohne jede Scham direkt der Optionstarif VIAmed (=Gesundheitszustand einfrieren für späteren einfachen Einstieg in die private Krankenversicherung)  empfohlen wird (Link). Der Tarif gehört übrigens zu einer ganz bestimmten Versicherungsgesellschaft gehört und schwebt nicht etwa im luftleeren Raum. Der VIAmed ist ein Tarif der AXA Krankenversicherung für Ärzte und Medizinstudenten, die später einmal in die Private Krankenversicherung wollen. Vermittelt werden kann der Tarif natürlich auch über jeden freien Makler. Eine Exklusivität gibt es nicht. Allerdings gibt es einen (von vielen) Ködern. Der Hartmannbund übernimmt auch noch bis zu 3 Jahren die Beiträge. 2 wichtige Punkte drängen sich hier geradezu auf:

  1. Woher kommt das Geld für die Beitragsübernahme (Medizinstudierende zahlen keinen eigenen Beitrag oder nur einen sehr geringen) und wer zahlt es warum?
  2. Was hat der Hartmannbund von einer solchen Empfehlung bzw. warum der ganze Aufwand mit Flyern, Werbung auf der eigenen Seite, usw.? Der Hartmannbund hat die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten.

Bei einer so wichtigen persönlichen Entscheidung wie der privaten Krankenversicherung – im Regelfall mit bedeutenden Auswirkungen auf (spätere) Partner und Kinder – wird demnach mit kleinen Tricks gearbeitet, die dem Thema unwürdig sind. Ein Verhältnismäßigkeit ist weder in Leistungsfragen noch beim Preis – heute wenige Euro oder 0,00 für einen Optionstarif zum späteren Einstieg, morgen gute 600 Euro/Monat. Und wie schaut es Übermorgen beim Arzt im Ruhestand aus. Wohlgemerkt, wenn man es geschickt anstellt, alle Themen offenlegt, kann die Private Krankenversicherung für Ärzte ein guter und passender Weg sein. Bei anderen ist zumindest die private Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenkasse von Interesse.

Was jedoch genau Berufsverbände und Kammern qualifiziert, sich für den einen oder anderen Anbieter zu positionieren, bleibt völlig unklar wie schon in Medizinstudenten und junge Ärzte bei der Frage warum sie bei Finanzvertrieben so beliebt sind umfangreich thematisiert. Wünschenswert aus Sicht von qualifizierten, freien Versicherungsmaklern ist es, dass sich die Ärztkammern strikt an Ihrem eigenen Leitbild orientieren (Vgl. „Neutralität, Objektivität […] sind wesentliche Prinzipien unserer Arbeit.“, Ärztekammer Nordrhein) und im besten Interesse der sich Ihnen anvertrauenden Ärztinnen und Ärzte agieren. Bei freien Versicherungsmaklern steht eine Interessenswahrung im Gesetz (u.a. §60 VVG) und es wurde höchstrichterlich (Sachwalterurteil des BGH) darüber entschieden. Der Autor geht davon aus, dass Berufsverbände und Kammer Ihren Mitgliedern, Ihnen als Ärzte, in ähnlicher Weise verpflichtet sind.

Kosten Krankenversicherung für Ärzte

Die folgenden Preisbeispiele aus 02/2019 zu Krankenversicherungen für Ärzte ergeben sich aus Berechnungen für eine/n Arzt/Ärztin (Unisextarife) mit einem Eintrittsalter von 29 Jahren (es gelten Kalenderjahre, alle 1990 geborenen Ärzte gelten vom 01. Januar 2019 an als 29-jährig, auch wenn das 29. Lebensjahr noch nicht vollendet wurde), 120 Euro Krankentagegeld ab dem 43. Tag einer Krankheit (bis zum 42. Tag zahlt Ihr Arbeitgeber), min. Zweibettzimmertarif, freie Arztwahl, Direktkonsultation Facharzt. Da es sich schon von Alters wegen eine Krankenversicherung für angestellte Ärzte in der Weiterbildung handelt, werden nur Tarife ohne Selbstbehalt berücksichtigt. Hintergrund: Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte vom Beitrag, einen eventuellen Selbstbehalt im Leistungsfall müssten Sie als Ärztin/Arzt selbst tragen.

Kosten pro Kind für den jeweiligen Anbieter ergänzen….

Ist die Private Krankenversicherung im Alter zu teuer? Lösungsansatz: Beitragsentlastungstarif

Ein großes Thema in der Privaten Krankenversicherung sind die Kosten im Alter

Grundsätzlich verkehrt: PKV für Ärzte um Geld zu sparen

Wie in der Medizin gibt es auch in anderen komplexen Themen nur sehr selten die Antwort „nie“, „immer“, etc. Genau das haben Ärzte schon zu Beginn Ihres Studium erfahren als die ersten Kreuzeltests bzw. Multiple-Choice-Klausuren aufkamen und nach kurzer Zeit gelernt wird, dass Eindeutigkeit und Absolutheit selten die richtige Anwort darstellt. In einem Punkt bei der PKV für Ärzte gibt es jedoch ein ganz eindeutige Empfehlung:

„Die private Krankenversicherung ist alles andere als ein Sparprogramm.“

Es ist demnach immer falsch nach der privaten Krankenversicherung nach dem niedrigsten Preis zu suchen und die billigste Private Krankenversicherung ist nie die richtige. Warum so absolut? Eine Krankenversicherung wird für das gesamte Leben kalkuliert.

  1. Es wird eine Versichertengemeinschaft gebildet mit relativ gleich verteilten Risiken (ähnliches Alter, ähnlich geringe gesundheitliche Vorbelastung, Arzttarife oder Tarife für Medizinstudenten).
  2. Es wird ein Leistungskatalog erstellt, welcher sich in Tarifen widerspiegelt.
  3. Es werden Beiträge, z.B. für eine Gruppe 26- bis 30-Jährigen Ärzte/Assistenzärzte, kalkuliert und festgelegt. Im versicherungsdeutsch heißt eine solche Altersgruppe Kohorte. Es wird also heute errechnet, was diese Kohorte bis zum Tod an Gesundheitskosten haben wird.
  4. Eine Krankenversicherung muss den allergrößten Teil Ihrer Beitragseinnahmen für die Leistungsausgaben der Versicherten sowie für Rückstellungen verwenden. Selbst Versicherungen, die als Aktiengesellschaften organisiert sind (z.B. Allianz und AXA), dürfen nur einen relativ kleinen Teil an Ihre Aktionäre ausschütten. Reguliert wird dies durch die behördliche Aufsicht. Ein Gesetzesgrundlage ist das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) bzw. Gesetz über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen. Viele Versicherungen in Deutschland sind als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit organisiert. Im Bereich der Krankenversicherung entfallen ca. 50% aller Beitragseinnahmen auf Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit – Beispiele sind Barmenia, Debeka, Continentale, DEVK, Hanse Merkur, Inter, Universa (vgl. eine Auflistung). Da es in Vereinen keine fremden Eigentümer gibt, verbleiben die Überschüsse aus der Versicherung beim Versicherer und kommen letztlich den Kunden zugute.

Zusammengefasst haben wir also mit den Beiträgen und den voraussichtlichen Leistungsausgaben relativ starre Grenzen. Gleichzeitig wissen wir, dass Versicherungen nicht zaubern können.

Wie kann es dann sein, dass Versicherung A bei fast gleichen Leistungen viel billiger ist als Versicherung B?

Stimmt genau, es kann gar nicht sein und es ist auch nicht so. Der Preis einer Krankenversicherung ist immer nur der aktuelle Preis und wenn dieser Preis gemessen an den Leistungen zu niedrig ist, dann wird der zukünftige Preis höher sein. Nicht nur das, er wird auf Grund des Zinseszins-Effektes den zunächst höheren Preis „überholen“ und dauerhaft teuer sein. Billig ist also teuer.

Hinzu kommt die Tatsache, dass sog. Billig-Tarife in der Privaten Krankenversicherung vor allem von jenen abgeschlossen werden, die tendenziell und finanziell ohnehin nicht so gut gestellt sind (z.B. Selbständige ohne Geschäftsmodell). Diese Personengruppen haben mit höherer Wahrscheinlichkeit Zahlungsausfälle und Beitragsrückstände, während es in Deutschland gleichzeitig Krankenversicherungspflicht gibt und die Krankenversicherung rückständige Beitragszahler nicht kündigen kann. Die anfallenden Kosten und Mehraufwendungen müssen vom pünktlich zahlenden Teil der Versichertengemeinschaft, also Ihnen getragen werden. Es ist also meine Empfehlung um solche Krankenversicherungs-Billigtarife einen großen Bogen zu machen und im Zweifel auch gleich um die ganze Krankenversicherung, die auch solche Tarife anbietet.

Ausbildungstarif für Assistenzärzte bei Barmenia und Allianz – preislich bei sehr guten Leistungen unschlagbar, aber keine Dauerlösung

Barmenia Arzttarif für Medizinstudenten, aber auch für Assistenzärzte solange die Facharztausbildung nicht abgeschlossen ist – bis zum Alter von 39 Jahren

Wer es als Arzt oder Ärztin nur auf einen eher kurzfristig guten und günstigen Krankenversicherungstraif für Ärzte abgesehen hat, weil z.B. eine dauerhafte Verlegung des Wohnsitzes in Ausland sicher geplant ist oder man nach einer Rückkehr aus der Elternzeit definitiv nicht mehr privat krankenversichert sein möchte. Letzt genannte Variante kann finanzielle Vorteile haben bei (dauerhaft) unverheirateten Paaren, wenn der Ehepartner privat krankenversichert ist und bei verheirateten Paaren, wo der Ehepartner gesetzlich versichert ist.

Assistenzärzte in der Weiterbildung haben Zugang zum Ausbildungstarif für Ärzte der Barmenia Krankenversicherung.

Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung

Die zwei am häufigsten genutzten Möglichkeiten zur Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung sind:

  1. Arbeiten in Teilzeit: Wenn Sie Ihre Arbeitszeit reduzieren und in der Folge deutlich unter die Versicherungspflichtgrenze (=Jahresarbeitentgeltgrenze) fallen, ist die gesetzliche Krankenversicherung obligatorisch. Häufige Relevanz erlangt das Thema bei Elternzeiten bzw. nach Rückkehr in das Arbeitsleben nach einer Elternzeit. Sie müssen dann bei einem derart reduzierten Einkommen in eine gesetzliche Krankenkasse eintreten. Wenn Sie später wieder in die private Krankenversicherung für Ärzte (PKV Ärztetarife) zurückkehren wollen, sollten Sie die PKV in einen Anwartschaftstarif wandeln, damit Sie später nicht erneut Gesundheitsfragen zu beantworten haben und auch Ihre Alterungsrückstellungen erhalten bleiben. Letzteres sorgt für kurz-, mittel- und langfristig niedrigere Beiträge.
  2. Ausstieg aus der PKV per Wohnsitzverlegung ins Ausland: Wenn Sie Ihren ständigen Wohnsitz ins Ausland verlegen – bei Ärzten aus der Region Freiburg/Südbaden ist die Schweiz ein beliebtes Ziel – fallen Sie unter das dortige Krankenversicherungsrecht, können die private Krankenversicherung in Deutschland kündigen und vor Ort eine neue Krankenversicherung des jeweiligen Landes abschließen. Bei einer späteren Rückkehr nach Deutschland in ein Angestelltenverhältnis, in dem (zunächst) Versicherungspflicht besteht, ist analog zu 1. der Eintritt in die Gesetzliche Krankenversicherung obligatorisch. Informieren Sie sich jedoch vor Wegzug bei einer gesetzlichen Krankenversicherung, z.B. der örtlichen AOK oder bei der Techniker Krankenkasse, über (aktuell) beachtenswerte Punkte – u.a. ist oft die Weiterführung der Pflegepflichtversicherung zu empfehlen.
  3. Der Ausstieg bei Arbeitslosigkeit wird im folgenden beschrieben.

Was passiert bei Arbeitslosigkeit mit der Krankenversicherung für Ärzte?

Ein sehr Szenario bei Ärzten ist seit Ende der 90 Jahre des vergangenen Jahrtausends die Arbeitslosigkeit. Im Sozialgesetzbuch (SGB) in §5 Versicherungspflicht wird beschrieben, dass Empfänger von Arbeitslosengeld versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung sind – das gilt für Arbeitslosengeld I wie für Arbeitslosengeld II. Sie müssten sich im Falle der Arbeitslosigkeit gesetzlich krankenversichern.

Darüber hinaus ergibt sich auch dann eine Versicherungspflicht, wenn zwar Arbeitslosigkeit vorliegt, jedoch auf Grund einer Sperrfrist – z.B. wenn Sie selbst gekündigt habe und nicht direkt neue Stelle antreten (vgl. § 159 SGB III (1) 1.) – kein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht. In dem Fall müssten Sie sich also ebenfalls gesetzlich krankenversichern und sollten die private Krankenvollversicherung auf Anwartschaft stellen, damit bei späteren Wiedereintritt keine erneute Gesundheitsprüfung fällig wird und die gebildeten Alterungsrückstellungen erhalten bleiben. Zusatzinfo: Kosten für eine solche (kleine) Anwartschaft liegen um die 5% des bisherigen Beitrages. Wer auch weiterhin die Alterungsrückstellung Monat für Monat einzahlen will, die zuvor eingezahlt wurden für einen noch güstigeren Wiedereinstieg liegt bei 20 – 25%, was allerdings schon so erheblich ist, dass dies nur sehr selten gewählt wird.

Tipp für angehende Chefärzte 😉 – Bei Klinikkarriere des Arztes ist an Beihilfe-/Beamtentarife zu denken

Viele Ärzte vergessen, dass sie bei einer Karriere in der Klinik früher oder später voraussichtlich den Posten des/der Chefarzt/Chefärztin bekleiden werden. Das kann bedeuten kann Beamtenstatus bedeuten. Beamte habe Behilfeanspruch. Im Zusammenhang mit der PKV für Ärzte bedeutet dies (grob gesagt) gemäß der meisten Beihilfeverordnungen eine 50%-ige Kostenübernahme von Seiten des Staates für den Arzt/die Ärztin und 80% für deren Kinder.

Mit anderen Worten, eine Krankenversicherung müsste dann „nur“ noch die Restkosten tragen. Dafür gibt es spezielle Beamtentarife, die genau das berücksichtigen und bei gleichen Leistungen nochmal deutlich günstiger sind als die PKV Arzttarife, weil eben nicht 100% sondern nur ca. 50 oder 20% der Krankheitskosten zu tragen sind.

Wenn sich ein/e Arzt/Ärztin nun einmal entschieden hat für die private Krankenversicherung dann sollte bei entsprechenden Karriereplänen und auch bei noch unklarer Ausrichtung berücksichtigt werden, dass man mit 40 oder 45 Lebensjahren besser nicht noch einmal die Krankenversicherung wechselt. Anstelle dessen sollte ein Übergang ohne erneute Gesundheitsprüfung und bei vollem Erhalt der gebildeten Alterungsrückstellung (schnell mehrere zehntausend Euro) innerhalb der bestehenden Krankenversicherung möglich sein in einen möglichst guten Beamtentarif für sich selbst und die Kinder.

Nun gibt es Versicherer, die keine Beamtentarife haben oder nur ein vergleichsweise schwaches Angebot, weshalb dies zuvor zu prüfen wäre. Die AXA Krankenversicherung hat bei sonst überwiegend schwachen Kennzahlen und auffälligen Beitragsentwicklungen z.B. recht gute Beamtentarife, was sich aus der Historie durch den Kauf der DBV Krankenversicherung (DBV = Deutsche Beamtenversicherung) begründet. Die Barmenia Krankenversicherung bietet neben starken Arzttarifen sogar Beamtentarife, welche ausschließlich verbeamteten Ärzten sowie deren nahen Angehörigen (Kinder und Eheleute) offen stehen – eine Besonderheit am Markt der Privaten Krankenversicherung für Ärzte.

Vergleichsweise gute Ist-Zustände bei den oben benannten relevanten Krankenversicherungen für Ärzte dürften Hallesche sowie Signal Iduna / Deutscher Ring bieten, während die Versichertengemeinschaften bei SDK und LKH ohnehin schon sehr klein sein dürften, was sich durch die Zuspitzung auf Beamtenstatus keinesweg einfacher gestaltet.

An dieser Stelle ist ein Hinweis von großer Bedeutung: Als verbeamteter Arzt macht es nun fast keinen Sinn mehr gesetzlich krankenversichert zu sein, weil auch Beamte Chefärzte den Höchstsatz in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung von aktuell (2019) schon über 800 Euro und gleichzeitig ein vergleichsweises schwaches Leistungsvolumen haben. Zum Vergleich: Sehr gut privat krankenversicherte Chefärzte zahlen zwischen 300 und 400 Euro (je nach Eintrittsalter und mit eingebrachten Vorerkrankungen) und pro Kind zwischen 30 und 40 Euro.

Nachteile der PKV und der Ärztetarife in der Krankenversicherung

Bei guten Versicherungsvermittlern – egal ob freier Versicherungsmakler oder Vertreter – werden Sie neben Vorteilen immer auch Nachteile genannt bekommen.

Wie die Krankenversicherung im Alter aussieht

kein Krankentagegeld

Gesetzlicher Zuschlag entfällt

Beitragsentlastung im Alter – unterschiedliche Formen, Angebote, Arbeitgeberzuschuss, steuerliche Anrechenbarkeit

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