Berufshaftpflicht niedergelassene Ärzte

Berufshaftpflichtversicherung für niedergelassene Ärzte

Regress gegen den Arzt – wie du dich schützen kannst

Die Vorgaben der gesetzlichen Krankenkassen darüber, welche Leistungen du als Arzt abrechnen darfst, sind relativ klar definiert und sogar im 5. Buch des Sozialgesetzbuchs festgelegt. Die Krankenkassen zahlen also nur dann, wenn die Behandlung durch den Arzt oder die Ärztin dem Wirtschaftlichkeitsgebot entsprechen. Konkret heißt das: „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“ (§ 12 SGB 5)

Hältst du dich an diese Vorgaben nicht, kann es zu Regressforderungen kommen. Der behandelnde Arzt wird dazu aufgefordert, die nicht anerkannten Leistungen zurückzuzahlen. Das gilt im übrigen sowohl für die Diagnostik und Therapie, als auch für die Verordnung von Heil-, Hilfs- und Arzneimitteln.

Zuständig für die Abwicklung von Regressforderungen sind zum einen die Krankenkassen selbst und zum anderen die Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Gemeinsame Prüfungseinrichtung (GPE) kontrolliert dabei stichprobenartig, ob nicht wirtschaftliche Leistungen oder Verordnungen abgerechnet worden sind. Sollte dies der Fall sein, wird ein Regressverfahren eingeleitet. Als Arzt oder Ärztin hast du dann die Möglichkeit, zu den erhobenen Ansprüchen Stellung zu nehmen.

Kommt es trotz der Stellungnahme zum Regressverfahren, kannst du schriftlich Widerspruch einlegen. Dann entscheidet ein Beschwerdeausschuss im Rahmen einer mündlichen Verhandlung. Sollte auch dieser gegen dich entscheiden, kannst du nur noch den Weg der Klage vor dem Sozialgericht wählen.

Vollständigen Schutz gegen Regressverfahen gibt es natürlich nicht. Du kannst aber dazu beitragen, dass Regressverfahren zu deinen Gunsten ausgehen, in dem du eine ordentliche Dokumentation deiner medizinischen Indikationen achtest. Außerdem kannst du regelmäßig die Durchschnittswerte deiner Fachgruppe mit deinem eigenen Wert abgleichen.

Wenn es zu einem Regressverfahren gegen dich kommen sollte, empfehlen wir dir in jedem Fall, dich anwaltlich beraten zu lassen. Und wie bei allen Angelegenheiten solltest du auch hier darauf achten, die gesetzten Fristen für Stellungnahme, Widerspruch und Klage vor dem Sozialgericht einzuhalten.